Seilsägen - Nicht immer aber immer öfter

Authoren: B. Keller (Demco Technic AG, Seon) und R. Kessler (Fräbag, Bern)

In der Berner Klinik Beausite wurden schwierigste Anforderungen an den Betontrennfachmann gestellt.

Für den Tiefbau von zwei neuen Untergeschossen galt es, für die Gebäudeabfangung des Spitals umfangreiche Betonbohr- und Sägearbeiten auszuführen. Dabei musste unbedingt auf den laufenden Spitalbetrieb Rücksicht genommen werden. Lärmige Arbeiten sollten vermieden, bzw. auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Die Spitalleitung konnte diese Arbeiten bei Bedarf sofort unterbrechen lassen.

Die Arbeiten wurden in einem bestehenden Untergeschoss ausgeführt. Der Zugang war durch Türen auf ein Durchgangsmass von 90 cm limitiert. Gleichzeitig mit den ausgeschriebenen Leistungen wurden Mikropfähle abgeteuft und die Baumeisterarbeiten ausgeführt. Somit war auf engstem Raum für den technischen Betonrückbau höchste Sicherheit zu gewährleisten.

In einem ersten Arbeitsgang galt es, mit einem elektrischen Fugenschneider (15 kW) die bestehende 35 cm dicke Betonplatte mit einer gesamten Schnittfläche von 375 m2 in entsprechende Stücke zu schneiden und auszubauen. Dann war der Weg frei, um in einer weiteren Phase die geforderten Kernbohrungen von Ø 600 mm zu bohren.

Bei diesem Schritt mussten unmittelbar über der Aushubsohle 600 mm Löcher in die Aussenwände gebohrt werden. Die Bohranlage war horizontal und im Abstand von 1500 mm zu montieren. 60 Stück mussten mit einer Bohrtiefe à 1 Meter nach aussen bis ans Erdreich gebohrt werden. Danach wurden provisorische Unterfangungskonsolen in die Bohrungen gesetzt. Die Betonstücke zwischen den Bohrungen konnten nun mit der Seilsäge SSA 75 herausgetrennt werden. In den 600 mm Bohrungen war noch genügend Platz, um die Tauchseilrollen zu montieren. Je zwei horizontale Seilschnitte waren nötig, um die Betonteile zwischen den 600 mm Löchern auszubauen. Für diese Seilschnitte von total 110 Stück mit je 1,5 Quadratmeter Schnittfläche wurden ca. 30 Minuten benötigt.

Für diese umfangreichen Seilsägearbeiten auf einem stark zerfurchten Lehmboden kam die Speicherseilsäge SSA 75 zum Einsatz. Diese Seilsäge hat den Vorteil, dass sie keine Verankerung benötigt. Seilarbeiten in der Klinik Beausite Die Seilsäge SSA 75 mit einem Seilspeicher von 7,5 Meter konnte auf dieser Baustelle ohne nötige Verschiebung mehrere Schnitte ausführen. Das schlug sich markant positiv auf die Montagezeiten nieder. Der Betontrennfachmann konnte über ein Steuerpult, aus sicherer Entfernung vor Seilpeitschen, die Seilsäge bedienen. Durch den frequenzgesteuerten Antrieb konnte die optimale Seilgeschwindigkeit stufenlos eingestellt werden. Die Lärmemission der Seilsäge SSA 75 war deutlich unter dem maximalen Pegel. Somit konnten diese Anforderungen an die Firma Fräbag zur vollkommenen Zufriedenheit der Spitalleitung und Bauherrschaft erfüllt werden.

Dank der guten Zusammenarbeit aller am Bau beteiligten Personen ist es gelungen, die Arbeiten unfallfrei und termingerecht durchzuführen.

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